Themen A–Z
Begriffe rund um Steuern und Betriebswirtschaft einfach erklärt
Steuerliches Fachchinesisch ist unnötig kompliziert. Wir setzen auf Verständlichkeit. Unsere Rubrik „Themen A–Z" enthält ein umfassendes Glossar, das Ihnen Begriffe rund um Steuern und Betriebswirtschaft erklärt – klar und ohne Umschweife.
A
Abgabefrist
Die Abgabefrist ist der letzte Tag, bis zu dem eine Steuererklärung oder ein anderes steuerliches Dokument beim Finanzamt eingereicht werden muss. Wird diese Frist überschritten, können Verspätungszuschläge anfallen.
Abgeltungssteuer
Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus Wertpapierverkäufen. Sie beträgt in der Regel 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
Abkürzungsverzeichnis
Ein Abkürzungsverzeichnis ist eine Liste, in der alle im Text verwendeten Abkürzungen mit ihrer Bedeutung aufgeführt sind. Es dient der besseren Verständlichkeit von Dokumenten.
Abschreibungen
Die Abschreibungen sind die Verteilung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten von Wirtschaftsgütern (z. B. Maschinen, Computer, Möbel) auf mehrere Jahre. So wird der Werteverzehr jährlich als Aufwand steuerlich berücksichtigt
Abwesenheitstage
Abwesenheitstage sind Tage, an denen ein Arbeitnehmer nicht am Arbeitsplatz ist, z. B. wegen Urlaub, Krankheit oder Dienstreise.
Altersvorsorge
Die Altersvorsorge bezeichnet Maßnahmen, mit denen für das Einkommen im Ruhestand vorgesorgt wird, z. B. durch Rentenversicherung, private Rentenverträge oder betriebliche Altersvorsorge.
Ansprechpartner
Ein Ansprechpartner ist die Person, an die man sich bei Fragen oder Problemen wenden kann, z. B. in einer Kanzlei oder beim Finanzamt.
Arbeitnehmerbezüge
Die Arbeitnehmerbezüge sind alle Zahlungen, die ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhält, z. B. Gehalt, Lohn, Prämien oder Sachleistungen.
Arbeitnehmer online (Datev)
„Arbeitnehmer online“ ist ein Service der DATEV, über den Arbeitnehmer ihre Lohn- und Gehaltsabrechnungen sowie andere Dokumente digital einsehen können.
Arbeitszimmer
Ein Arbeitszimmer ist ein Raum in der Wohnung oder im Haus, der (nahezu) ausschließlich beruflich genutzt wird. Unter bestimmten Voraussetzungen können die Kosten für das Arbeitszimmer steuerlich abgesetzt werden
Aufbewahrungspflicht
Die Aufbewahrungspflicht ist die gesetzliche Verpflichtung, bestimmte Unterlagen (z .B. Rechnungen, Buchführungsunterlagen) für einen festgelegten Zeitraum aufzubewahren, damit das Finanzamt sie bei Bedarf prüfen kann.
Aufbewahrungsfrist
Die Aufbewahrungsfrist ist der Zeitraum, für den bestimmte Unterlagen (z. B. Rechnungen, Buchungsbelege, Steuerunterlagen) gesetzlich aufbewahrt werden müssen. Für viele steuerlich relevante Dokumente beträgt die Frist zehn Jahre, für andere sechs Jahre. Die Frist beginnt meist mit dem Ablauf des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden ist oder der Vorgang abgeschlossen wurde. Nach Ablauf der Frist dürfen die Unterlagen vernichtet werden, sofern keine längeren steuerlichen Festsetzungsfristen bestehen (siehe untenstehendes Dokument zum Download).
Aufzeichnungspflichten
Die Aufzeichnungspflichten sind gesetzliche Vorgaben, nach denen bestimmte Daten und Vorgänge (z. B. Lohnzahlungen, Arbeitszeiten) dokumentiert und aufbewahrt werden müssen.
Außergewöhnliche Belastungen
Außergewöhnliche Belastungen sind Kosten, die einem Steuerpflichtigen zwangsläufig entstehen und die höher sind als bei den meisten anderen Menschen, z. B. Krankheitskosten oder Pflegekosten. Sie können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich geltend gemacht werden.
B
Betriebsausgaben
Betriebsausgaben sind alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind, z. B. Miete, Material, Löhne, Reisekosten. Sie mindern den steuerpflichtigen Gewinn.
Bewirtungskosten
Bewirtungskosten sind Aufwendungen für die Bewirtung von Geschäftspartnern. Sie sind nur teilweise (in der Regel zu 70 %) als Betriebsausgaben abziehbar, wenn sie betrieblich veranlasst und ordnungsgemäß dokumentiert sind.
Buchführung
Die Buchführung ist die systematische und lückenlose Aufzeichnung aller Geschäftsvorfälle eines Unternehmens. Sie dient als Grundlage für die Steuererklärung und die Bilanz.
Buchführungspflichten
Buchführungspflichten beschreiben, wer und in welchem Umfang Geschäftsvorfälle dokumentieren muss. Sie hängen von der Rechtsform und der Größe des Unternehmens ab. Es gibt die einfache (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) und die doppelte Buchführung.
C
Corona-Hilfen
Corona-Hilfen sind staatliche Unterstützungsleistungen für Unternehmen und Selbstständige während der Corona-Pandemie. Sie müssen in der Steuererklärung angegeben und gegebenenfalls versteuert werden.
D
Doppelte Haushaltsführung
Doppelte Haushaltsführung liegt vor, wenn jemand aus beruflichen Gründen einen zweiten Haushalt am Arbeitsort führt. Bestimmte Kosten (z. B. Miete, Fahrtkosten, Verpflegung) können steuerlich geltend gemacht werden.
Datenschutz
Datenschutz bezeichnet den Schutz personenbezogener Daten vor Missbrauch. Unternehmen und Kanzleien müssen sicherstellen, dass Daten von Mandanten oder Mitarbeitern vertraulich behandelt und vor unbefugtem Zugriff geschützt werden.
E
Ehegattensplitting
Das Ehegattensplitting ist ein Verfahren zur Berechnung der Einkommensteuer für Ehepaare. Das gemeinsame Einkommen wird halbiert, die Steuer für jede Hälfte berechnet und dann verdoppelt. Das führt meist zu einer geringeren Steuerlast.
Einkommensteuer
Die Einkommensteuer ist eine Steuer auf das Einkommen von natürlichen Personen. Sie wird jährlich erhoben und richtet sich nach der Höhe des zu versteuernden Einkommens.
Einkommensteuererklärung
Die Einkommensteuererklärung ist das Formular, mit dem eine Privatperson oder ein Unternehmer dem Finanzamt seine Einkünfte und Ausgaben mitteilt, damit die Einkommensteuer berechnet werden kann.
Erbschaftsteuer
Die Erbschaftsteuer ist eine Steuer auf Vermögen, das durch Erbschaft oder Schenkung übertragen wird. Die Höhe richtet sich nach dem Wert des Erbes und dem Verwandtschaftsgrad.
F
Fahrtenbuch
Ein Fahrtenbuch ist eine detaillierte Aufzeichnung aller Fahrten mit einem betrieblichen Fahrzeug. Es dient dem Nachweis, wie viel privat und wie viel betrieblich gefahren wurde, um die steuerliche Behandlung zu bestimmen.
Freibeträge
Die Freibeträge sind Beträge, bis zu deren Höhe bestimmte Einkünfte steuerfrei bleiben, z. B. Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag.
Freiwillige Abgabe der Steuererklärung
Wer nicht verpflichtet ist, eine Steuererklärung abzugeben, kann dies freiwillig tun, z. B. um sich zu viel gezahlte Steuern zurückzuholen. Dafür gilt eine längere Abgabefrist (vier Jahre).
G
Gewerbesteuer
Die Gewerbesteuer ist eine Steuer, die von Unternehmen auf ihren Gewerbeertrag gezahlt werden muss. Sie wird von den Gemeinden erhoben.
Geschenke
Geschenke an Geschäftspartner oder Mitarbeiter sind nur bis zu bestimmten Höchstbeträgen als Betriebsausgaben abziehbar und müssen dokumentiert werden.
H
Handwerkerleistungen
Die Handwerkerleistungen sind Arbeiten, die von Handwerkern im Haushalt durchgeführt werden, z. B. Reparaturen oder Renovierungen. Ein Teil der Kosten kann steuerlich abgesetzt werden.
Haushaltsnahe Dienstleistungen
Haushaltsnahe Dienstleistungen sind Arbeiten, die normalerweise im Haushalt anfallen, z. B. Reinigung, Gartenpflege oder Kinderbetreuung. Auch hierfür können Steuervergünstigungen in Anspruch genommen werden.
I
Investitionsabzugsbetrag
Der Investitionsabzugsbetrag ermöglicht es Unternehmen, bereits vor einer geplanten Investition einen Teil der voraussichtlichen Kosten gewinnmindernd abzuziehen.
Inflationsausgleich
Maßnahmen, um die steuerliche Belastung durch Inflation abzumildern, z. B. Anpassung von Freibeträgen.
K
Kanzlei
Eine Kanzlei ist ein Büro, in dem Rechtsanwälte, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer arbeiten und ihre Dienstleistungen anbieten.
Kassenführung
Kassenführung ist die ordnungsgemäße Dokumentation aller Bareinnahmen und Barausgaben eines Unternehmens. Fehlerhafte Kassenführung kann zu Steuerschätzungen führen
Kleinunternehmer
Die Kleinunternehmer sind Unternehmer, deren Umsatz im Vorjahr eine bestimmte Grenze nicht überschritten hat. Sie müssen keine Umsatzsteuer auf ihren Rechnungen ausweisen und keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.
Kleinunternehmerregelung
Die Kleinunternehmerregelung befreit Unternehmer mit geringem Umsatz von der Umsatzsteuerpflicht. Sie dürfen keine Umsatzsteuer auf Rechnungen ausweisen und müssen keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen.
L
Leasing
Leasing ist die Nutzung von Wirtschaftsgütern (z. B. Fahrzeuge, Maschinen) gegen Zahlung von Leasingraten. Die steuerliche Behandlung hängt von der Vertragsgestaltung ab.
Lohnsteuer
Die Lohnsteuer ist eine Vorauszahlung auf die Einkommensteuer, die direkt vom Arbeitslohn abgezogen und vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt wird.
Lohnsteuerjahresausgleich
Der Lohnsteuerjahresausgleich ist eine Berechnung, bei der geprüft wird, ob zu viel oder zu wenig Lohnsteuer einbehalten wurde. Eventuelle Differenzen werden ausgeglichen.
M
Mehrwertsteuer
Mehrwertsteuer ist ein anderer Begriff für Umsatzsteuer. Sie wird auf den Verkauf von Waren und Dienstleistungen erhoben.
Minijob
Ein Minijob ist eine geringfügige Beschäftigung mit einem monatlichen Verdienst bis 520 Euro. Für Minijobs gelten besondere steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Regeln.
Midijob
Ein Midijob ist eine Beschäftigung mit einem monatlichen Verdienst zwischen 603,01 und 2.000 Euro (Übergangsbereich). Die Sozialversicherungsbeiträge sind reduziert.
N
Nachweise (Belege müssen fürs Finanzamt aufbewahrt werden)
Aufbewahrt werden müssen z. B. Rechnungen, Buchungsbelege, Verträge, Kontoauszüge, Lohnunterlagen und Steuerbescheide. Die Aufbewahrungsfristen betragen meist sechs oder zehn Jahre.
Nießbrauch
Nießbrauch ist das Recht, eine Sache (z. B. eine Immobilie) zu nutzen und die Erträge daraus zu ziehen, ohne Eigentümer zu sein.
O
Organschaft
Organschaft bezeichnet die steuerliche Zusammenfassung mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen zu einer Einheit, z. B. bei Mutter- und Tochtergesellschaften.
P
Pauschalen
Pauschalen sind feste Beträge, die ohne Einzelnachweis steuerlich abgesetzt werden können, z. B. für Verpflegungsmehraufwand oder Werbungskosten.
Private Nutzung
Die private Nutzung betrieblicher Gegenstände (z. B. Firmenwagen) muss versteuert werden, meist nach der 1 %-Regelung oder anhand eines Fahrtenbuchs.
Q
Quellensteuer
Quellensteuer ist eine Steuer, die direkt an der Quelle der Einkünfte (z. B. bei Zinsen aus dem Ausland) einbehalten und abgeführt wird.
R
Reisekosten
Reisekosten sind Aufwendungen für beruflich veranlasste Reisen, z. B. Fahrt-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten. Sie können steuerlich geltend gemacht werden.
Rücklagen
Die Rücklagen sind finanzielle Reserven, die Unternehmen für bestimmte Zwecke oder zur Absicherung bilden.
S
Selbstständigkeit
Die Selbstständigkeit bedeutet, auf eigene Rechnung und Verantwortung tätig zu sein. Selbstständige müssen ihre Einnahmen und Ausgaben selbst erfassen und versteuern.
Sonderausgaben
Die Sonderausgaben sind bestimmte private Ausgaben, die das Einkommen mindern und so die Steuerlast senken können, z. B. Versicherungsbeiträge, Spenden oder Kirchensteuer.
T
Trinkgelder
Trinkgelder sind freiwillige Zahlungen von Kunden an Dienstleister. Sie sind grundsätzlich steuerpflichtig.
Tätigkeitsnachweise
Tätigkeitsnachweise dokumentieren, wann und welche Arbeiten ausgeführt wurden, z. B. bei Handwerkerleistungen oder Dienstreisen.
U
Umsatzsteuervoranmeldung
Die Umsatzsteuervoranmeldung ist eine regelmäßige Meldung an das Finanzamt, in der ein Unternehmer die eingenommene Umsatzsteuer und die gezahlte Vorsteuer angibt. Die Differenz muss an das Finanzamt abgeführt werden.
Unternehmensnachfolge
Die Unternehmensnachfolge regelt die Übergabe eines Unternehmens an einen Nachfolger, z. B. im Rahmen einer Erbschaft oder Schenkung.
V
Verpflegungsmehraufwand
Verpflegungsmehraufwand ist ein pauschaler Betrag für zusätzliche Verpflegungskosten bei beruflich bedingten Auswärtstätigkeiten.
Verlustvortrag
Verlustvortrag ist die Möglichkeit, Verluste aus einem Jahr mit Gewinnen zukünftiger Jahre zu verrechnen.
W
Werbungskosten
Die Werbungskosten sind Aufwendungen, die im Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit entstehen, z. B. Fahrtkosten, Arbeitsmittel oder Fortbildungskosten. Sie können die Steuerlast mindern.
Wohnungsbauprämie
Die Wohnungsbauprämie ist eine staatliche Förderung für Bausparer, die für wohnwirtschaftliche Zwecke sparen.
Z
Zinsen
Zinsen sind Erträge aus der Überlassung von Geld. Sie sind grundsätzlich steuerpflichtig und unterliegen gegebenenfalls der Abgeltungssteuer.
Zuwendungen
Zuwendungen sind freiwillige Leistungen, z. B. Spenden oder Geschenke. Spenden können unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich abgesetzt werden.

